Alles für die Aufmerksamkeit? Über Hypes und deren Dauer!

Heute möchte ich euch zum Thema „Alles für die Aufmerksamkeit? Über Hypes und deren Dauer!“ ein paar Grafiken zeigen, die die politischen Geschehnisse der letzten Tage ein wenig analysieren. Dazu gibt es von Google ein tolles Tool: Google Trends (Beachten muss man, dass Google Trends „nur“ Trends aus dem Internet darstellt. Was in der Welt außerhalb des Internets passiert, wird hier nicht erhoben. Trotzdem lassen sich wichtige Ableitungen treffen!)

Mit Google Trends kann man analysieren wie oft auf Google nach einem bestimmten Thema/Begriff gesucht wurde. Nachdem 95% der Menschen Google als Suchmaschine und gleichzeitig als Erste Seite im Explorer zur Eingabe nutzen, zeigt diese Analyse folgendes: Themen und Begriffe die häufig gesucht werden, interessieren die Menschen. Dass da die Politik nicht auf Platz 1 ist wissen wir alle aus diversen älteren Studien, auch wenn die Medien derzeit suggerieren, dass Sebastian Kurz und die Neuwahl Thema Nr. 1 ist.

Die Themen, die die Menschen derzeit am meisten interessieren lässt sich über folgenden Link gut abrufen. Man erhält eine Analyse der letzten 24 Stunden. Meistens sind die Hauptthemen Sport, Musik und Promis. Natürlich kann man auch einzelne vergangene Tage analysieren. (Klick hier) Es lässt sich feststellen, was also zu welchem Tag aktuell war.

Interessanter wird es meiner Meinung nach, wenn man gewisse Suchbegriffe über einen längeren Zeitraum abfragt. Ich habe heute Abend eine Analyse über die SpitzenkandidatInnen zur Wahl im Herbst abgerufen. Diese Analyse zeigt die Suchanfragen und damit die Aufmerksamkeit der User im Internet für den/die jeweilige SpitzenkanididatIn. Es zeigt sich über den Zeitraum von 15. April 2016 bis heute ein interessantes Bild:

 

 

Wir sehen, dass sowohl Christian Kern, als auch Heinz Christian Strache und Sebastian Kurz starke Aufmerksamkeitswerte zu bestimmten Zeiten hatten. (Reinhold Mitterlehner hatte im übrigen in dieser Zeit nie eine derartige Aufmerksamkeit) Zu jeder Spitze hatte der jeweilige Politiker immer die Themenführerschaft. Ist es jetzt durch den ÖVP Obmannwechsel Sebastian Kurz, war es nach der Präsentation des Plan A, Christian Kern. Der Hype um Christian Kern war im Jänner der am stärksten ausgeprägte Hype im Vergleich zu allen anderen, da dieser Wert bei 100 liegt. Strache folgt Ende Mai 2016 mit einem Wert von 86, Kurz aktuell mit einem Wert von 85.

EDIT: Die gleiche Analyse einen Tag später! Man darf gespannt sein, wie sich die Kurve weiter entwickelt.


 

Jeder Hype hat ein Ende!

Aus der Grafik lässt sich ablesen, dass jeder Hype, bei jedem Politiker ein Ende hat. Meist lässt sich dieser Hype bei den Politikern sogar auf einen ähnlichen Zeitraum einschränken, nämlich auf gut eine Woche. Das ist die Aufmerksamkeitsspanne der Bevölkerung. Wir werden sehen, dass auch der Hype um Sebastian Kurz genau so verlaufen wird.

Auf Dauer gesehen, nämlich über den Zeitraum von 15. April 2016 bis heute gibt es folgende Werte zur Häufigkeit der Suchanfragen: Strache führt mit der meisten Aufmerksamkeit und einem Wert von 19, Kern folgt mit einem Wert von 9, darauf folgt Kurz mit einem Wert von 8. Das sind alles sehr geringe Werte (siehe Grafik, Balken links). Aufmerksamkeit bekommen nach dieser Analyse nur jene, die der Bevölkerung die interessanteste Show bieten, diejenigen die am besten unterhalten, kurzfristig und langfristig. Das heißt aber noch lange nicht, dass diejenigen die die beste Show liefern, am besten unterhalten und die meiste Aufmerksamkeit erhalten auch gewählt werden. HC Strache hatte zur Nationalratswahl 2013 mehr als das doppelte an Aufmerksamkeit als Faymann und Spindelegger. Er hat dennoch nicht gewonnen. Es geht also auch darum, welche Aufmerksamkeit (negativ oder positiv) man erzeugt.

Dennoch braucht jeder Politiker Aufmerksamkeit um in die Köpfe der Menschen zu kommen. Diese Aufmerksamkeit muss langfristig sein, ansonsten wird man wieder vergessen. Wer von der Bevölkerung also die Aufmerksamkeit gewinnen will, braucht gute und authentische Inhalte, Sympathie und einem guten Unterhaltungswert. Wer diese Punkte bis kurz vor der Wahl auf sich vereinen kann, derjenige wird gewinnen. Ganz klar nach dem Motto: Brot und Spiele.




Weitere Empfehlungen:

Den Zeitraum und die Begriffe kann man bei Google Trends natürlich beliebig verändern, was sehr interessante Ergebnisse zeigt. Am besten selbst ausprobieren! (Beispiele: Spitzenkandidaten zur Nationalratswahl 2013 im Vergleich, Parteien im Vergleich, etc.)

Eine interessante Feststellung am Rande ist, dass die Namen der Politiker sehr oft im Zusammenhang mit Facebook und deren Lebensgefährten gesucht werden: „Sebastian kurz Freundin“, „Eva Glawischnig Mann“, „Christian Kern Frau“, usw.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*