Der französische Kern? Wer ist Emmanuel Macron und was ich erwarte!

Emmanuel Macron wird also in wenigen Tagen Franksreichs neuer Staatspräsident. Die Medien sind in einen doch beachtlichen Hype um den 39-jährigen gefallen. Doch wer ist dieser Emmanuel Macron? Was können wir erwarten?

Beachtlich ist in jedem Fall seine Karriere. Mit 39 Jahren Staatspräsident zu werden ist schon mehr als beachtlich. Schaut man ein wenig auf seine Biografie, lässt sich ablesen, was Frankreich und Europa von einem Emmanuel Macron-Frankreich erwarten wird:

Emmanuel Macron war Mitglied der PS. Das ist die SPÖ Frankreichs und im EU Parlament mit der SPÖ und der SPD in der sozialdemokratischen Partei Europas vereint. Auch wenn er aus der Partei seines Vorgängers Francois Hollande bereits 2009 wieder ausschied, war er von 2014 bis 2016 unter Hollande Wirtschaftsminister. Gibt also sicher Schlimmere! 😉 Seine neue Partei „En Marche“ (Vorwärts) wurde von Emmanuel Macron 2016 gegründet. Sie gilt wie Emmanuel Macron als sozial und liberal.

Seine Eltern sind beide angesehende Akademiker, seine Ausbildung absolvierte er an diversen Eliteuniversitäten und Eliteschulen. Das ist ja schon alles eine gute Voraussetzung für ein erfolgreiches Leben. Interessant wird es aber erst mit dem Einstieg in sein Berufsleben. Emmanuel Macron war Finanzdirektor einer der einflussreichsten Abteilungen des französischen Finanzministeriums. Nach dieser Tätigkeit wird’s interessant: Emmanuel Macron wird Investmentbanker bei Rothschild & Cie, wo er sich hoch arbeitet und den Verkauf von Pfizer an Nestle begleitet (Ein Deal von rund 12 Milliarden Dollar!).

Wir wissen nun, aus welchem Metier und welchen Schtichten der neue französische Präsident stammt: Aus der Finanzelite! Besonders beim Namen Rothschild brauchen manche diesen Text nicht weiter zu lesen. Wer Rothschild kennt, könnte wissen was Europa und Frankreich erwartet. Ein berühmtes Zitat von Mayer Amschel Rothschild, Begründer der Rothschild Dynastie: „Gebt mir die Kontrolle über die Währung einer Nation, dann ist es für mich gleichgültig, wer die Gesetze macht.“

Ich empfehle dazu folgenden Artikel auf finanzen.net: Wem gehört eigentlich die FED?

Was sind nun Emmanuel Macron s Versprechen aus dem französischen Wahlkampf?

  • Abbau von Regulierungen für Unternehmen
  • Beschränkung des Arbeitsrechts
  • flexiblere Arbeitszeiten aber Beibehaltung der 35h Woche
  • Einsparungen von 60 Milliarden Euro in 5 Jahren (WAHNSINN!), im Gegenzug 50 Milliarden Euro Investitionen (Fortbildung von Arbeitnehmern, ökologischer Umbau der Gesellschaft, gezielte Förderung von Arbeitslosen)
  • Senkung der Unternehmenssteuern auf 25% (von 33,3%)
  • Er lehnt den Atomausstieg ab, will aber einen niedrigeren CO2 Ausstoß erreichen
  • Strafen für Unternehmen, die trotz guter Geschäftslage unbefristete Arbeitsverträge verweigern

Am besten ihr macht euch selbst ein Bild auf Wikipedia, da findet man eine gute Auflistung oder auf derstandard.at bzw. welt.de.

Fazit:

Man muss sich die Frage stellen, ob der mediale Hype um Emmanuel Macron wirklich ihm und seinem Programm gilt, oder doch eher der Niederlage Le Pens. Wieder eine/n Rechtspopulisten in Schach gehalten (nach Hofer und Wilders) Juhu!

Seine Politik wird nicht viel neues bringen. Die Finanzwelt wird aufgrund seiner Abstammung daraus mit Sicherheit nicht kürzer treten müssen. Ob Teile seiner als „links“ angekündigten Reformen tatsächlich umgesetzt werden bleibt abzuwarten. Potential wäre durchaus vorhanden. Die Hoffnung der Menschen wurde geweckt! Für mich hat er den Nerv der Mitte getroffen: Er hat mit rechten Positionen und linken Positionen in beiden Großlagern gut gefischt. Er hat den Schwung einer neuen Partei, einer neuen Bewegung, die nicht dem Muster einer alt gedienten Partei entspricht, genutzt. Sein Wahlprogramm suggeriert Mut zur Veränderung. Das hat Potential für einen Wirtschaftsaufschwung. Das könnte gelingen, auch wenn es schwer wird. Seine links-rechts Politk hat ihm den Weg zum Wahlsieg geebnet. Einen gleichen Typus von Politiker und Stil erleben wir in Österreich auch seit einem Jahr. Hoffentlich wird diese Taktik auch ihn zum Wahlsieger 2018 machen!

Alles in allem hat Europa seine Lebensdauer weiter verlängert. Das ist grundsätzlich gut. Aber es wird sich dringend etwas ändern müssen. Nach der Wahl ist vor der Wahl und wenn Europa weiter vermittelt Wirtschafts- und Finanzunion anstatt Union für die Menschen zu sein, wird dieses Europa irgendwann zerbrechen. Das nächste Kapitel wird am 24. September mit der Wahl zum deutschen Bundestag geschrieben (Deutschland wird wohl weiter „stabil“ bleiben, egal ob mit Merkel oder Schulz) und mit der Abwicklung des BREXIT.

Weiters interessant: 5 Grafiken die Macrons Sieg einordnen

Emmanuel Macron weiß sich zu inszenieren und marschiert mit der Europahymne zu seiner Siegesrede. Starke Signale für Europa, obwohl er mit seinem links-rechts Kurs auch durchaus kritisch beäugt wird.

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